Reiseziel Südchile

Regenwald, Seen und Vulkane

An Süddeutschland fühlen sich manche Urlauber in Südchile angesichts der welligen, grünen Kulturlandschaft mit dem gemächlichen Milchvieh erinnert - bis die ersten Vulkane auftauchen. Deren überzuckerte Bilderbuchkegel, Markenzeichen der Region, spiegeln sich in blaugrünen Rinnenseen, wenn sie sich nicht gerade in Wolken hüllen. Anders als in der Zentralzone spart die Natur hier nicht mit Niederschlägen - Voraussetzung für das Gedeihen üppiger Regenwälder, die ursprünglich weite Teile dieses Landstrichs bedeckten.

So ein gelegentlicher Regentag kann die Enthusiasten nicht abschrecken, die in den zahlreichen Nationalparks auf Entdeckungstour gehen. Welch ein Genuss, den schweren, feuchten Geruch des Dschungels einzusaugen! Hier haben tausendjährige Wälder der stattlichen, schirmförmigen Araukarien überlebt. Weiter südlich wächst in den oberen Höhenlagen der Kordillere ein weiterer Methusalem: der Alerce, mit über 3000 Jahren einer der langlebigsten Bäume der Welt.

In der sanft gewellten Wiesenlandschaft rund um Temuco leben die Mapuche-Indianer, Nachfahren der stolzen Krieger, die den Spaniern jahrhundertelang die Stirn boten. Die Stadt ist das Tor zum Seengebiet, in dem zwei Tourismus-Hochburgen im Wettstreit liegen: der lebhafte Badeort Pucón am Villarricasee und das schmucke Städtchen Puerto Varas am Llanquihuesee. Ein Abstecher in die Flussstadt Valdivia kommt einer Reise in die Vergangenheit gleich: spanische Festungen, die überall präsenten Spuren deutscher Einwanderung und die des verheerenden Erd- und Seebebens von 1960.

Auf der vorgelagerten Insel Chiloé, die mit ihren grünen, regennassen Hügeln an Irland erinnert, verbinden sich üppige Natur, eine zauberhafte Sagenwelt und eine ganz spezielle Küche. Wahrzeichen der Insel sind die rund 150 Holzschindelkirchen und -kapellen; die schönsten stehen auf der Unesco-Liste des Weltkulturerbes. Ein besonderes Erlebnis ist die Fahrt mit Booten oder Kajaks durch das Inselmeer zwischen Chiloé und dem Festland.

Tipps für Südchile:

  • Ohne Bergsteigererfahrung möglich: Aufstieg auf den aktiven Vulkan Villarrica
  • Adrenalin pur: Rafting auf dem Río Trancura bei Pucón
  • Die Überquerung der Anden per Schiff: von Puerto Montt ins argentinische Bariloche
  • Curanto, das typische Gericht der Insel Chiloé mit Fisch, Muscheln und Fleisch