Reiseziel Nordchile

Andenhochland und Atacamawüste

Der chilenische Norden überwältigt den Reisenden zuallererst mit seinen Dimensionen. Die gewaltige Ausdehnung der Wüsten und Halbwüsten erschließt sich am ehesten bei einer Fahrt mit dem Überlandbus, der für die 2000 Kilometer von Santiago bis zur peruanischen Grenze fast 30 Stunden braucht. Schier endlose, nur spärlich bewachsene Flächen, immer neue Wellen von Kakteenhügeln oder Sanddünen ziehen am Busfenster vorbei. Die schnurgerade Straße verliert sich ohne Biegung hinter dem Horizont.

Dabei ist die Wüste alles andere als monoton: Die Kräfte der Erde haben eine überaus abwechslungsreiche Landschaft geformt. Die Sonne taucht die zerklüfteten Gefilde in mal grelles Flimmern, mal rötlichen Glanz. Staubbleiche, unter den Wüstenwind geduckte Hütten zeigen die spärliche Präsenz des Menschen in dieser Unwirtlichkeit an. Siedlungen konzentrieren sich vor allem in den Häfen, den fruchtbaren Flusstälern und den grünen Oasen. Und nahe den großen Tagebauen, in denen Chiles großer Schatz geschürft wird: Kupfererz.

Die Atacama-Wüste gehört zu den trockensten Orten der Welt. Sie zu erkunden, bieten sich die großen Hafenstädte Arica, Iquique und Antofagasta oder die Bergbaustädte Calama und Copiapó als Stützpunkt an. Beliebtestes Reiseziel ist die Gegend um die Oase San Pedro de Atacama mit ihren Salzseen voller Flamingos, den dampfenden Geysiren und dem bizarren Mondtal.

Die andine Hochebene mit ihren Zuckerhut-Vulkanen, den türkisen Lagunen und der einzigartigen Tierwelt steht dem nicht nach. Hier, auf dem Altiplano, ist auch Gelegenheit, mit den Aymara-Ureinwohnern und ihrer farbenreichen Kultur in Kontakt zu kommen. Sand- und Felsenstrände locken ebenso wie verlassene Salpeterminen, jahrtausendealte Mumien oder heiße Quellen.

Tipps für den Norden:

  • Ein Bad im Pazifik an den weißen Sandstränden von Arica oder Iquique
  • Besuch des Nationalparks Lauca mit dem 4500 m hoch gelegenen, von Vulkanen umstandenen Chungará-See
  • Die Fiesta des Wüstendorfs La Tirana bei Iquique mit farbenprächtigen Tanzgruppen (Mitte Juli)
  • Mit dem Mountainbike durch die Wüste: von San Pedro zum Valle de la Luna.