Auf den Tisch kommt in Chile vor allem deftige Hausmannskost: Viel Fleisch, vor allem von Rind und Huhn, Reis und Kartoffeln, dazu leckeres Obst und Gemüse von den fruchtbaren Feldern der Zentralzone. Obwohl das Land mit seiner 5000 km langen Küste prädestiniert ist für den Konsum von Fisch und Meeresfrüchten, essen die Chilenen diese eher selten. Dennoch gehören die frischen Gaben des Pazifiks auf jede Speisekarte.
Kaffee und Cafés
Die Kaffeekultur in Chile hat sich in den letzten Jahren verbessert, aber immer noch servieren viele einfache Restaurants und Bars nur Nescafé. In den besseren Cafés sollte man daher nach der Espressomaschine Ausschau halten und "café café" oder "café espress" bestellen.
Eine besondere chilenische Spezialität ist fast nur im Zentrum Santiagos zu finden: "Café con Piernas" (Café mit Beinen) nennen die Chilenen diese schummrigen Stätten, in denen in graue Anzüge gekleidete Männer - ein eher zweifelhaftes Vergnügen für Frauen - sich von jungen Damen in Miniröcken, Bikinis oder Dessous ihren "espress", "café con leche" oder "cortado" (mit wenig Milch) reichen lassen.
Naturkost & Bioläden
Das Angebot an natürlichen, organischen Nahrungsmitteln hat sich in den letzten Jahren spürbar verbessert. Mittlerweile verfügen auch die Supermärkte über eine verschämte Abteilung "productos orgánicos", und zwischen den ewigen weißen Semmeln versteckt sich das eine oder andere etwas dunklere Brot. Echtes Vollkornbrot und frische Naturkost findet man freilich eher bei kleinen, alternativen Anbietern wie diesen:
- Trigal del Sol, José Manuel Infante 2452 (Ñuñoa), Tel. 223 41 86. Brot, Vollwertkost, Naturkosmetika
- Tierra Viva, Dr. Johow 889-A (Ñuñoa), Tel. 239 15 51. Obst und Gemüse aus organischem Anbau, Tofu, Biojoghurt, Vollkornbrot etc.
Chilenische Spezialitäten
Die Liste echter chilenischer Gerichte ist eher bescheiden, dennoch sollte man sich die folgenden nicht entgehen lassen:
- Pastel de Choclo: Maisauflauf mit Fleischfüllung
- Empanadas: Teigtaschen, mit Fleisch, Käse oder Muscheln gefüllt
- Cazuela: deftiger Eintopf mit Rind oder Huhn, Mais, Reis und Kartoffeln
- Asado: Grillfleisch von Rind, Schwein oder Huhn
- Reineta, Congrio, Corvina: die beliebtesten Speisefische
- Locos: eine seltene Molluskenart
- Jaiva: Krabbe, Seekrebs
- Centolla: Seespinne mit zartem rosa-weißem Fleisch
Dazu natürlich einen guten chilenischen Wein sowie
den einen oder anderen Pisco Sour!
Weitere Gerichte siehe Speisekarte
Hobbyköchen empfehlen wir das exzellente deutschsprachige
Kochbuch "Die chilenische
Küche" von Birgit Heitfeld und Karla
Berndt (Neuer Umschau Buchverlag 2006), zu beziehen
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Trinkgeld
In Restaurants und Cafés ist ein Trinkgeld von ungefähr 10 Prozent üblich. Dieses ist nicht in der Rechnung enthalten. Normalerweise lässt man das Trinkgeld nach dem Bezahlen auf dem Tisch zurück.
Vorsichtsmaßnahmen
Obwohl Chile ein Land mit hohen Hygienestandards ist, sollte man als Ausländer seinem Magen Zeit geben, sich anzupassen, und beim Essen zumindest in der ersten Zeit einige Ratschläge beachten:
- Das Leitungswasser hat zwar Trinkwasserqualität, ist aber stark gechlort. Am besten Getränke mit Leitungswasser und Eiswürfeln meiden
* Im Zweifelsfall auf grünen Salat, ungeschälte Tomaten, Kräuter und Erdbeeren verzichten, da diese nicht immer mit einwandfreiem Wasser bewässert werden
- Nur gekochtes Gemüse verzehren
- Fisch & Meeresfrüchte nur gekocht oder gebraten zu sich nehmen
- Stände auf der Straße meiden
- Bei Magenproblemen: zwei "carpent" pro Tag; in jeder Apotheke rezeptfrei erhältlich
Marea Roja: Diese Epidemie giftiger Mikroalgen, die sich in Muscheln anreichern, sucht in periodischen Abständen Patagonien und Südchile heim. Im Zweifelsfall keine ungekochten Schalentiere essen!
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Wohlschmeckende chilenische Spezialität - "Pastel de Choclo"
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